Allerlei

Aschermittwoch

Als meine Träume  in Flammen aufgingen,
die sie gierig verzehrten,
stand ich hilflos daneben.
Und, als auch der letzte Traum Feuer fing,
legte sich, von mir unbemerkt,
seine Asche auf meine Seele.
Duster wurde mein Welt.
Dunkel und schwer.
Und doch ist es diese Asche,
die meine Seele wärmt,
und am Leben hält.

2018/Februar


Lauf, Mädchen, lauf!

Lauf, Mädchen, lauf!

… wenn Männer-Blicke sinken
auf Brüste, Schenkel, Mieder
… wenn lüstern sie dir winken,
die geilen, derben Brüder.

Schrei, Mädchen, schrei!

… wenn Männerhände streichen,
was weiblich, wohlgeformt,
und deinen Körper greifen.
… Wenn Widerstand anspornt.

Sprich, Mädchen, sprich!

… wenn  widerliche Dreiste,
die Trieb gesteuert sind,
Denn, teuflisch sie im Geiste –
sich nehmen was noch Kind.

Klag, Mädchen, klag

an die „braven“ Bürger!
Die leugnen: „Nichts geseh’n.“
Diese Selbstbetrüger.

Tanz, Mädchen, tanz!

Koste aus, das Leben!
Nie wieder soll ein Mensch
sich über dich erheben.

2017/November


Mutter …

Bist du der Mensch, der mich getragen
Neun Monate in seinem Leib?
So sei dir Dank und alle Ehre,
Bis ans Ende aller Zeit.

Bist du der Mensch, der mich ernährte,
An seiner Brust, in seinem Arm –
Geduldig mich das Sprechen lehrte
An dessen Herz mir wurde warm?

Bist du der Mensch, des  Hand mich führte
Bis ganz allein ich laufen konnt’ –
Mit gutem Wort mein Herz berührte
Mich liebevoll als Mensch geformt?

Bist du der Mensch, der mich geborgen,
Behutsam voller Stolz und Lieb –
Der ernst nahm meine Kindersorgen
Und tröstend meine Wange rieb?

Bist du der Mensch, der mich belehrte
In Pubertät und Flegeljahr –
Und wenn ich wütend aufbegehrte
Geduldig und besonnen war?

Bist du der Mensch, der mich gerüstet
Fürs Leben und die meine Zeit?
So sei dir Dank und alle Ehre
Bis in alle Ewigkeit.


Narrentreiben

Ich dachte mir, ich könnte schreiben
vom Fasching und dem Narrentreiben.
Damit es nicht nur frei erfunden
war ich zuerst die Sach’ erkunden –
gekleidet als die weiße Frau,
beim Faschingsball – Alaaf, Helau.
Da stand ein Cowboy, der weinselig
milde lächelnd, leider dämlich,
und mit den Augen tief versunken
in das, was Mieder hoch gebunden.
Die Maid, mit diesem Dekolleté,
gekleidet war als Zauberfee.
Ich sah ’ne  Geisha Fächer fächeln.
Neben ihr, den Herren hecheln,
als Tanzmariechen hob das Bein.
Ein andrer hielt sich fest am Wein.
Ein Büttenredner machte Verse
zu Politik und Kontroverse …
An dieser Stelle muss ich passen.
Ich bog mich immer noch vor Lachen
über seinen letzten Witz.
Die neben mir, die fiel vom Sitz.
Der Abend ging mit Tanzen weiter.
Lustig war’s, ja wirklich heiter.
Dann legt’ ich eine Pause ein.
Ging in die Bar. Trank Gin, trankt Wein.
Am Tresen hing, steh’n konnt’ er nicht
ein Narr, geschminkt als Bösewicht.
Sein schwarzer Mafiosihut,
hat mir gefall’n, der stand ihm gut.
Beim Kehraus lag er dann zertreten
am Boden neben ehrenwertem
Stadtrat, Namen nenn ich nicht!
Ich sag nur so viel: der war dicht.
Jetzt hab ich alles aufgeschrieben,
Wie bunt’s die Narren wieder trieben.
Ich hatte Spaß an meinen Reimen
den wünsch ich jetzt den Groß und Kleinen.
Und nächste Woche, ganz bestimmt,
hier wieder ein paar Verse sind.

2017/Februar